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Ladeinfrastruktur im großen Maßstab: 1.000 elektrifizierte Stellplätze in Lissabon

Als das Amoreiras Shopping Centre in Lissabon zum ersten Mal mit Elektromobilität in Kontakt kam, war das Laden von E-Autos in Portugal noch relativ neu. Die erste Lösung war pragmatisch: einfache Steckdosen im Parkhaus. 

Doch mit der steigenden Zahl an E-Autos wuchs auch die Nachfrage nach Lademöglichkeiten. Schnell wurde klar: Eine Lösung, die für gewöhnliche Elektrogeräte gedacht war, reicht für Ladeinfrastruktur für E-Autos nicht aus. 

„Als wir zum ersten Mal mit Elektroautos zu tun hatten, haben wir normale Steckdosen im Parkhaus genutzt“, sagt Rui Albuquerque, der das private Parkhaus des Amoreiras Shopping Centre verwaltet. „Aber wir haben schnell gemerkt, dass weder die Infrastruktur dafür ausgelegt war noch genügend Leistung für die vielen Ladeanfragen zur Verfügung stand.“ 

Auf der jährlichen Eigentümerversammlung fiel deshalb die Entscheidung, eine gemeinsame Ladeinfrastruktur für das gesamte Parkhaus aufzubauen. Ziel war es, die elektrische Infrastruktur so vorzubereiten, dass sich später jeder, der eine Ladestation benötigt, einfach anschließen kann. 

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Datum:
13.10.26
Lesezeit:
5 Minuten
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Die Herausforderung

Hunderte Stellplätze vorbereiten, ohne jeden einzeln zu verkabeln 

Amoreiras ist kein gewöhnliches Parkhaus. Der Gebäudekomplex umfasst vier Türme, Büros mit rund 3.000 Arbeitsplätzen, private Wohnungen und ein großes Einkaufszentrum. Insgesamt gibt es rund 1.000 Stellplätze auf zwei Parkebenen. 

Die zentrale Frage war daher: Wie schafft man Ladeinfrastruktur für hunderte Stellplätze, ohne zu jeder einzelnen Ladestation ein separates Kabel zu ziehen? 

„Das Projekt ist riesig“, sagt Pieter Ijzerman, Inhaber von ChaZeMo, einem Unternehmen für Ladeinfrastruktur aus Lissabon. „Die Herausforderung war und ist es in gewisser Weise immer noch , rund 1.000 Fahrzeuge über dieselbe Ladeinstallation versorgen zu können.“ 

Dazu kamen unterschiedliche Nutzergruppen: Bewohner, Unternehmen und Besucher haben verschiedene Anforderungen an Zugang, Nutzung und Abrechnung. Der Strom kommt von einem Anbieter, die Kosten müssen aber einzelnen Nutzern zugeordnet werden. 

Gleichzeitig sollte die Lösung nicht nur den aktuellen Bedarf abdecken, sondern auch mit der wachsenden Zahl an E-Autos mithalten können. 

„Fahrzeug- und Batterietechnologie entwickeln sich ständig weiter“, sagt Pieter. „Amoreiras und der Vorstand wollten von Anfang an eine Lösung, die sich langfristig weiterentwickeln kann und gleichzeitig das akute Problem von 2019 löst.“

Die Lösung

Eine Infrastruktur, die mit der Nachfrage mitwächst 

Amoreiras suchte rund ein Jahr lang nach einem passenden technischen Partner und entschied sich schließlich für die Zaptec Pro. 

Ein zentraler Grund war das Flachbandkabelsystem. Statt von einem Verteiler aus einzelne Kabel zu jeder Ladestation zu ziehen, wird das Parkhaus in Stromkreise aufgeteilt. Jeder Stromkreis versorgt etwa , pro Ebene gibt es acht Stromkreise. 

50 bis 60 Stellplätze

Für ein Parkhaus dieser Größe macht das die Installation deutlich einfacher. 

„Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Zaptec Pro Installationen ist der dynamische Phasenausgleich“, erklärt Pieter. „Bei einer klassischen Installation müsste man von einem Sicherungskasten ein Kabel zu jeder einzelnen Ladestation führen. Das ist bei 500 Stellplätzen kaum praktikabel.“ 

Mit der einmal vorbereiteten Infrastruktur können Bewohner und Unternehmen nun bei Bedarf Ladestationen ergänzen, ohne für jede einzelne Installation ein neues Elektroprojekt aufsetzen zu müssen. 

Im Detail

Neue Ladepunkte, ohne die Infrastruktur neu aufzubauen 

Das System wurde bewusst so geplant, dass die Hauptinfrastruktur und die einzelnen Ladepunkte voneinander getrennt sind. 

„Nach der Vorinstallation kann jede Person oder jedes Unternehmen über einen einfachen Prozess eine Ladestation kaufen“, sagt Pieter. „Wir schicken ein Team, und innerhalb einer Stunde ist die Ladestation installiert. Die Nutzer erhalten eine RFID-Karte und können noch am selben Tag laden.“ 

Für das Projekt wurde ein 630-kW-Transformator vorgesehen. Dieser ist darauf ausgelegt, etwa 500 bis 600 Fahrzeuge gleichzeitig zu versorgen – genug, damit jedes Fahrzeug nach 8 bis 10 Stunden mindestens 50 Kilometer Reichweite laden kann. Da Fahrzeuge in der Praxis zu unterschiedlichen Zeiten kommen und gehen, liegt die tatsächlich verfügbare Energie pro Fahrzeug oft sogar darüber. 

Auch die unterschiedlichen Nutzergruppen spielten von Anfang an eine wichtige Rolle. 

„Bei Amoreiras treffen ganz verschiedene Anforderungen aufeinander“, sagt Pieter. „Kleine Unternehmen, größere Unternehmen und Privatpersonen nutzen dieselbe Infrastruktur – deshalb musste die Lösung für alle funktionieren.“ 

Die Idee dahinter: Die Infrastruktur einmal aufbauen und Ladepunkte dann hinzufügen, wenn die Nachfrage steigt.

Ein System, das im Alltag funktioniert

Heute sind im Parkhaus mehr als 160 Ladestationen installiert. Sie werden sowohl von vollelektrischen Fahrzeugen als auch von Plug-in-Hybriden genutzt. 

Für Rui zeigt sich der Erfolg nicht in einer Kennzahl, sondern im Alltag. 

„Ich sage oft: Das größte Kompliment ist, wenn sich niemand beschwert“, sagt er. „Niemand sagt: ‚Ich habe ein Auto und es lädt nicht.‘ Das ist bei uns nie passiert.“ 

Auch Fragen wie „Kann mein Auto überhaupt laden?“, „Bekomme ich genug Leistung?“ oder „Warum funktioniert das Laden nicht?“ seien bisher kein Thema gewesen. 

Das Ergebnis: Mehr als 160 Ladepunkte und keine Beschwerden

Heute sind über 160 Ladepunkte im Parkhaus in Betrieb. Gleichzeitig ist die Infrastruktur bereits für weiteres Wachstum vorbereitet. 

Was mit einfachen Steckdosen begann, ist heute eine gemeinsame Ladeinfrastruktur, die hunderte Nutzer unterstützt und mit dem Anstieg von E-Autos weiter wachsen kann. 

„Wir sind sehr zufrieden, weil wir eine zuverlässige Lösung gesucht haben, die auch langfristig funktioniert“, sagt Rui. „Genau das leistet dieses System.“