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  4. AFIR: Ein Blick auf die Alternative Fuels Infrastructure Regulation

AFIR: Ein Blick auf die Alternative Fuels Infrastructure Regulation

Die Alternative Fuels Infrastructure Regulation, kurz AFIR, ist ein zentraler Baustein der europäischen Mobilitätsstrategie. Sie soll den Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur beschleunigen und dafür sorgen, dass das Laden von Elektroautos in Europa einfacher, transparenter und verlässlicher wird. Für E-Auto-Fahrende bedeutet das unter anderem: verständlichere Preise, bessere Bezahlmöglichkeiten und ein dichteres Ladenetz entlang wichtiger Verkehrsachsen.

Auch für Betreiber, Unternehmen und Standortverantwortliche bringt die AFIR-Verordnung wichtige Veränderungen mit sich: Ladeinfrastruktur muss künftig noch stärker auf Nutzerfreundlichkeit, technische Zuverlässigkeit und Zukunftssicherheit ausgerichtet sein. Gleichzeitig entstehen neue Chancen für Investitionen in moderne Lösungen, die Elektromobilität im Alltag und im gewerblichen Verkehr besser nutzbar machen. In diesem Artikel erfahren Sie, was die AFIR regelt, welche Vorgaben für Ladepunkte gelten und warum die Verordnung für die Zukunft der Elektromobilität so wichtig ist.

Voiture branchée à une borne Zaptec Pro

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Datum:
20.08.26
Lesezeit:
9 Minuten
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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist die AFIR?
  2. Welche Vorgaben macht die AFIR für Ladeinfrastruktur?
  3. Was bedeutet die AFIR für Unternehmen und Betreiber?
  4. Blick in die Zukunft: Was verändert die AFIR langfristig?
  5. Häufig gestellte Fragen

Was ist die AFIR?

AFIR steht für Alternative Fuels Infrastructure Regulation. Auf Deutsch bedeutet das: Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Sie ist Teil der europäischen Mobilitätsstrategie und wurde im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets eingeführt. Dieses Maßnahmenpaket soll dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen in der EU deutlich zu senken und den Verkehrssektor klimafreundlicher zu gestalten. Im Mittelpunkt der AFIR steht eine Infrastruktur, die den Umstieg auf emissionsärmere Mobilität erleichtert.

Die AFIR gilt seit dem 13. April 2024 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten und ersetzt die frühere Richtlinie 2014/94/EU. Damit schafft sie einen verbindlichen europäischen Rahmen für den Aufbau und Betrieb von Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Dazu zählen neben Ladepunkten für Elektrofahrzeuge auch Wasserstofftankstellen und weitere alternative Energieträger. In Deutschland wirkt sich die AFIR zudem auf nationale Regelungen wie die bisherige aus: Anforderungen, die nun direkt durch die AFIR abgedeckt werden, sind nicht mehr anwendbar beziehungsweise werden aufgehoben.

Ladesäulenverordnung

Für die meisten Autofahrenden ist vor allem die Ladeinfrastruktur für Elektroautos relevant. Die AFIR soll jedoch nicht nur dafür sorgen, dass mehr öffentlich zugängliche Ladepunkte entstehen. Entscheidend ist auch, dass diese Ladepunkte einfacher nutzbar werden. Denn eine Ladestation überzeugt erst dann, wenn sie zuverlässig funktioniert, Preise transparent angezeigt werden und der Ladevorgang ohne unnötige Hürden gestartet werden kann.

Warum wurde die AFIR eingeführt?

Elektromobilität ist längst im Alltag angekommen: E-Autos erzielen immer größere Reichweiten, Batterien werden leistungsfähiger und der Umstieg wird für viele Menschen attraktiver. Damit diese Entwicklung weiter an Dynamik gewinnt, braucht es jedoch eine Ladeinfrastruktur, die ebenso zuverlässig und intuitiv funktioniert wie das Fahrzeug selbst. Wer elektrisch fährt oder den Umstieg plant, möchte unterwegs unkompliziert laden können – transparent, einfach und verlässlich.

Genau hier setzt die AFIR-Verordnung an. Sie soll öffentliche Ladepunkte nutzerfreundlicher machen und typische Hürden abbauen. Dazu gehören etwa fehlende Bezahlmöglichkeiten, nicht akzeptierte Ladekarten oder Preise, die erst spät sichtbar werden. Besonders auf längeren Strecken zählt ein unkompliziertes Ladeerlebnis: ankommen, aufladen, bezahlen und weiterfahren.

Ein weiteres Ziel ist die Vereinheitlichung innerhalb Europas. Bislang konnte sich öffentliches Laden je nach Land, Betreiber oder Standort deutlich unterscheiden. Für internationales Reisen mit dem Elektroauto ist das wenig komfortabel. Die AFIR schafft daher gemeinsame Mindeststandards, damit Laden europaweit einfacher, vergleichbarer und besser planbar wird.

Gleichzeitig unterstützt die Verordnung die Klimaziele der EU. Denn je leichter der Zugang zu Ladeinfrastruktur wird, desto attraktiver wird der Umstieg auf Elektrofahrzeuge und andere alternative Antriebe. So wird die Alternative Fuels Infrastructure Regulation zu einem wichtigen Baustein für eine moderne, klimafreundliche Mobilität in Europa.

Welche Vorgaben macht die AFIR für Ladeinfrastruktur?

Die AFIR enthält verschiedene Vorgaben für den Ausbau und Betrieb öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur. Im Mittelpunkt stehen vor allem Ausbauziele, einfache Bezahlmöglichkeiten, transparente Preise, Datenbereitstellung und technische Standards. Ziel ist ein Ladenetz, das dichter, verlässlicher und nutzerfreundlicher wird.

Ausbau entlang wichtiger Verkehrsachsen

Ein zentrales Ziel der AFIR ist der Aufbau eines leistungsfähigen Ladenetzes entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes, auch TEN-T genannt. Damit sollen E-Auto-Fahrende auf wichtigen europäischen Routen zuverlässiger laden können – sowohl mit Pkw als auch mit leichten Nutzfahrzeugen. 

Die AFIR berücksichtigt aber nicht nur den privaten Verkehr, sondern auch gewerblichen Transport. Für Lkw, Busse und schwere Nutzfahrzeuge braucht es leistungsstarke Ladepunkte entlang zentraler Verkehrsachsen, an Logistikstandorten und auf geeigneten Rastplätzen. Das ist besonders wichtig, damit Elektro-Lkw künftig auch im internationalen Warenverkehr zuverlässig eingesetzt werden können.

Ad-hoc-Laden ohne vorherigen Vertrag

Ein besonders wichtiger Punkt der AFIR ist das Ad-hoc-Laden. Damit ist das spontane Laden an öffentlich zugänglichen Ladepunkten gemeint – ohne vorher einen Vertrag mit einem bestimmten Anbieter abzuschließen. Für Nutzende bedeutet das mehr Freiheit unterwegs. Wer laden möchte, soll nicht erst eine App herunterladen, ein Kundenkonto erstellen oder eine spezielle Ladekarte besitzen müssen. Der Ladevorgang soll direkt vor Ort möglich sein.

Gerade auf Reisen, bei Mietwagen, Firmenwagen oder gelegentlichem öffentlichen Laden schafft das deutlich mehr Flexibilität. Gleichzeitig senkt Ad-hoc-Laden die Einstiegshürden für Menschen, die E-Mobilität ausprobieren oder erst seit Kurzem elektrisch unterwegs sind.

Bezahlung mit gängigen Zahlungsmitteln

Die AFIR schreibt vor, dass öffentlich zugängliche Ladepunkte nutzerfreundliche Zahlungsmöglichkeiten anbieten müssen. Für neu errichtete Schnellladepunkte ab 50 kW Ladeleistung muss das Laden mit weit verbreiteten Zahlungsmitteln möglich sein, zum Beispiel per Debit- oder Kreditkarte. Die Zahlung kann über ein Kartenterminal, eine kontaktlose Bezahlfunktion oder ein zentrales Zahlungsterminal am Standort erfolgen. Dadurch nähert sich das Ladeerlebnis stärker an bekannte Bezahlprozesse aus dem Alltag an.

Bei Ladepunkten mit geringerer Leistung können je nach Umsetzung auch QR-Codes oder webbasierte Bezahlseiten genutzt werden. Entscheidend ist, dass der Zugang unkompliziert bleibt und nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden ist.

Mehr Preistransparenz

Ein zentraler Bestandteil der Alternative Fuels Infrastructure Regulation ist mehr Transparenz bei den Ladekosten. Nutzende sollen bereits vor dem Start des Ladevorgangs klar erkennen können, welche Kosten auf sie zukommen. Dazu zählen zum Beispiel der Preis pro Kilowattstunde sowie mögliche Startgebühren, Zeitentgelte oder Blockiergebühren. Das ist entscheidend für ein positives Ladeerlebnis – wer an einer Ladestation steht, möchte nicht erst nach der Ladung erfahren, wie teuer der Vorgang war. Verständliche und gut sichtbare Preisangaben schaffen Vertrauen, machen öffentliches Laden besser nachvollziehbar und helfen, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Datenbereitstellung und bessere Auffindbarkeit

Die AFIR sieht außerdem vor, dass bestimmte Informationen zur Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden. Dazu zählen zum Beispiel Standortdaten, technische Merkmale, Ladeleistung, Verfügbarkeit oder Preisinformationen. Für E-Auto-Fahrende bedeutet das: Ladepunkte lassen sich besser finden, vergleichen und in die Routenplanung einbeziehen. Auch Apps, Navigationssysteme und digitale Mobilitätsdienste profitieren von verlässlichen Daten, weil sie Ladeinformationen in Echtzeit bereitstellen können. Das macht Fahrten besser planbar und reduziert Unsicherheit unterwegs.

Was bedeutet die AFIR für Unternehmen und Betreiber?

Für Unternehmen und Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte bringt die AFIR neue Anforderungen, aber auch große Chancen. Ladeinfrastruktur wird zunehmend zu einem wichtigen Standortfaktor. Wer Kunden, Gästen, Mitarbeitenden oder Besuchern komfortables Laden ermöglicht, bietet echten Mehrwert.

Gleichzeitig müssen Betreiber darauf achten, dass ihre Ladepunkte den Anforderungen an Bezahlung, Transparenz, Datenbereitstellung und technische Zuverlässigkeit entsprechen. Das betrifft nicht nur klassische öffentliche Ladesäulen, sondern auch halböffentliche Standorte wie Hotels, Parkhäuser, Einkaufszentren oder Unternehmensparkplätze, sofern diese öffentlich zugänglich sind.

Eine professionelle Planung wird dadurch wichtiger. Betreiber sollten sich frühzeitig fragen:

  • Welche Nutzergruppen sollen laden können?
  • Welche Bezahlmöglichkeiten werden benötigt?
  • Wie werden Preise transparent dargestellt?
  • Wie lassen sich Ladepunkte abrechnen?
  • Wie wird die verfügbare Leistung intelligent verteilt?
  • Wie kann die Ladeinfrastruktur später erweitert werden?

Gerade bei mehreren Ladepunkten ist intelligentes Lastmanagement entscheidend. Es sorgt dafür, dass die verfügbare Energie effizient verteilt wird und die elektrische Infrastruktur nicht überlastet wird. Ladestationen von Zaptec setzen genau hier an: Mit skalierbaren Systemen wie Zaptec Pro lassen sich Ladelösungen für Unternehmen, Mehrfamilienhäuser und größere Parkflächen flexibel planen, effizient betreiben und bei wachsendem Bedarf erweitern. So wird Ladeinfrastruktur nicht nur AFIR-konform gedacht, sondern auch zukunftssicher, nutzerfreundlich und wirtschaftlich umgesetzt.

Blick in die Zukunft: Was verändert die AFIR langfristig?

Langfristig wird die AFIR dazu beitragen, dass Ladeinfrastruktur in Europa einheitlicher, dichter und intelligenter wird. Das ist wichtig, denn mit der steigenden Zahl an Elektroautos wachsen auch die Anforderungen an Ladeleistung, Abrechnung, Datenqualität und die Einbindung in bestehende Energie- und Gebäudesysteme.

In Zukunft wird es daher nicht mehr nur darum gehen, möglichst viele Ladepunkte zu installieren. Entscheidend ist, wie gut diese Ladepunkte miteinander vernetzt sind, wie effizient sie Energie nutzen und wie einfach sie sich in den Alltag integrieren lassen. Themen wie Smart Charging, Lastmanagement, PV-Optimierung und perspektivisch auch bidirektionales Laden werden immer wichtiger. Für Fahrende bedeutet das mehr Komfort. Für Betreiber bedeutet es mehr Verantwortung, aber auch neue Möglichkeiten. 

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet AFIR?

AFIR steht für Alternative Fuels Infrastructure Regulation. Dabei handelt es sich um eine EU-Verordnung zum Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe. Für die Elektromobilität ist sie besonders wichtig, weil sie Vorgaben für öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur macht.

Seit wann gilt die AFIR?

Die AFIR gilt seit dem 13. April 2024 in der Europäischen Union. Sie ersetzt die frühere Richtlinie zum Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe und schafft verbindliche Anforderungen für die Mitgliedstaaten und Betreiber öffentlich zugänglicher Ladepunkte.

Was regelt die AFIR beim Laden von Elektroautos?

Die AFIR-Verordnung regelt unter anderem den Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur, Ad-hoc-Laden ohne vorherigen Vertrag, Bezahlmöglichkeiten, Preistransparenz, Datenbereitstellung und technische Interoperabilität.

Müssen öffentliche Ladepunkte Kartenzahlung anbieten?

Für neu errichtete öffentlich zugängliche Schnellladepunkte ab 50 kW Ladeleistung muss Ad-hoc-Laden mit einem weit verbreiteten Zahlungsmittel möglich sein, zum Beispiel per Debit- oder Kreditkarte. Die konkrete Umsetzung kann je nach Standort über ein Kartenterminal, kontaktlose Zahlung oder ein zentrales Zahlungsterminal erfolgen.

Warum ist die AFIR wichtig für die Elektromobilität?

Die AFIR macht öffentliches Laden einfacher, transparenter und verlässlicher. Dadurch sinken Hürden beim Umstieg auf ein Elektroauto, und das Vertrauen in die Ladeinfrastruktur wächst. Gleichzeitig unterstützt sie den europaweiten Ausbau eines leistungsfähigen Ladenetzes.