Die AFIR enthält verschiedene Vorgaben für den Ausbau und Betrieb öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur. Im Mittelpunkt stehen vor allem Ausbauziele, einfache Bezahlmöglichkeiten, transparente Preise, Datenbereitstellung und technische Standards. Ziel ist ein Ladenetz, das dichter, verlässlicher und nutzerfreundlicher wird.
Ausbau entlang wichtiger Verkehrsachsen
Ein zentrales Ziel der AFIR ist der Aufbau eines leistungsfähigen Ladenetzes entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes, auch TEN-T genannt. Damit sollen E-Auto-Fahrende auf wichtigen europäischen Routen zuverlässiger laden können – sowohl mit Pkw als auch mit leichten Nutzfahrzeugen.
Die AFIR berücksichtigt aber nicht nur den privaten Verkehr, sondern auch gewerblichen Transport. Für Lkw, Busse und schwere Nutzfahrzeuge braucht es leistungsstarke Ladepunkte entlang zentraler Verkehrsachsen, an Logistikstandorten und auf geeigneten Rastplätzen. Das ist besonders wichtig, damit Elektro-Lkw künftig auch im internationalen Warenverkehr zuverlässig eingesetzt werden können.
Ad-hoc-Laden ohne vorherigen Vertrag
Ein besonders wichtiger Punkt der AFIR ist das Ad-hoc-Laden. Damit ist das spontane Laden an öffentlich zugänglichen Ladepunkten gemeint – ohne vorher einen Vertrag mit einem bestimmten Anbieter abzuschließen. Für Nutzende bedeutet das mehr Freiheit unterwegs. Wer laden möchte, soll nicht erst eine App herunterladen, ein Kundenkonto erstellen oder eine spezielle Ladekarte besitzen müssen. Der Ladevorgang soll direkt vor Ort möglich sein.
Gerade auf Reisen, bei Mietwagen, Firmenwagen oder gelegentlichem öffentlichen Laden schafft das deutlich mehr Flexibilität. Gleichzeitig senkt Ad-hoc-Laden die Einstiegshürden für Menschen, die E-Mobilität ausprobieren oder erst seit Kurzem elektrisch unterwegs sind.
Bezahlung mit gängigen Zahlungsmitteln
Die AFIR schreibt vor, dass öffentlich zugängliche Ladepunkte nutzerfreundliche Zahlungsmöglichkeiten anbieten müssen. Für neu errichtete Schnellladepunkte ab 50 kW Ladeleistung muss das Laden mit weit verbreiteten Zahlungsmitteln möglich sein, zum Beispiel per Debit- oder Kreditkarte. Die Zahlung kann über ein Kartenterminal, eine kontaktlose Bezahlfunktion oder ein zentrales Zahlungsterminal am Standort erfolgen. Dadurch nähert sich das Ladeerlebnis stärker an bekannte Bezahlprozesse aus dem Alltag an.
Bei Ladepunkten mit geringerer Leistung können je nach Umsetzung auch QR-Codes oder webbasierte Bezahlseiten genutzt werden. Entscheidend ist, dass der Zugang unkompliziert bleibt und nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden ist.
Mehr Preistransparenz
Ein zentraler Bestandteil der Alternative Fuels Infrastructure Regulation ist mehr Transparenz bei den Ladekosten. Nutzende sollen bereits vor dem Start des Ladevorgangs klar erkennen können, welche Kosten auf sie zukommen. Dazu zählen zum Beispiel der Preis pro Kilowattstunde sowie mögliche Startgebühren, Zeitentgelte oder Blockiergebühren. Das ist entscheidend für ein positives Ladeerlebnis – wer an einer Ladestation steht, möchte nicht erst nach der Ladung erfahren, wie teuer der Vorgang war. Verständliche und gut sichtbare Preisangaben schaffen Vertrauen, machen öffentliches Laden besser nachvollziehbar und helfen, unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Datenbereitstellung und bessere Auffindbarkeit
Die AFIR sieht außerdem vor, dass bestimmte Informationen zur Ladeinfrastruktur bereitgestellt werden. Dazu zählen zum Beispiel Standortdaten, technische Merkmale, Ladeleistung, Verfügbarkeit oder Preisinformationen. Für E-Auto-Fahrende bedeutet das: Ladepunkte lassen sich besser finden, vergleichen und in die Routenplanung einbeziehen. Auch Apps, Navigationssysteme und digitale Mobilitätsdienste profitieren von verlässlichen Daten, weil sie Ladeinformationen in Echtzeit bereitstellen können. Das macht Fahrten besser planbar und reduziert Unsicherheit unterwegs.