Möchten Sie die Wirtschaftlichkeit eines Fahrzeugs beurteilen, sollten Sie nicht nur auf den Kaufpreis achten. Die tatsächlichen Kosten entstehen über die gesamte Nutzungsdauer und setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Neben den Anschaffungskosten spielen vor allem Energie- bzw. Kraftstoffkosten, Wartung, Versicherung, Steuern und weitere Ausgaben eine wichtige Rolle. Gerade beim Vergleich von Elektroauto vs. Verbrenner zeigen sich hier deutliche Unterschiede. Ein genauer Blick auf die einzelnen Kostenpunkte hilft dabei, die langfristig wirtschaftlichere Wahl zu treffen:
Anschaffungskosten: Verbrenner oft günstiger, aber nicht immer
Beim Kaufpreis haben Verbrenner in vielen Fahrzeugklassen noch immer einen Vorteil. Besonders auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist die Auswahl an Benzinern und Dieseln groß, und preiswerte Einstiegsmodelle sind leichter zu finden. Elektroautos waren lange deutlich teurer, vor allem wegen der Batterie. Inzwischen wächst das Angebot jedoch stark, und immer mehr Modelle kommen in bezahlbarere Preisbereiche. Ein grober Vergleich zeigt:
- Kompaktwagen mit Verbrennungsmotor: ca. 25.000 bis 30.000 Euro
- Vergleichbares E-Auto: ca. 30.000 bis 40.000 Euro
- Plug-in-Hybrid: je nach Modell häufig zwischen Verbrenner und E-Auto
Dieser Preisunterschied wird jedoch zunehmend kleiner. Sinkende Batteriekosten, mehr Wettbewerb und neue Modellgenerationen sorgen dafür, dass Elektroautos zunehmend erschwinglicher werden. Gleichzeitig gilt: Der Kaufpreis ist nur ein Teil der Rechnung – wer die Gesamtkosten über mehrere Jahre betrachtet, sollte auch die laufenden Kosten einbeziehen. Genau dort kann das E-Auto seine Stärken ausspielen.
Antriebskosten: Beim Verbrauch punktet das E-Auto
Einer der größten Unterschiede zwischen E-Auto und Verbrenner liegt bei den Energie- bzw. Kraftstoffkosten. Verbrenner sind dauerhaft von Benzin- oder Dieselpreisen abhängig, die stark schwanken können und sich besonders bei hoher Fahrleistung bemerkbar machen. Beim Elektroauto hängen die Kosten vor allem davon ab, wo und zu welchem Tarif geladen wird.
Wer zu Hause lädt, fährt häufig besonders günstig. Noch attraktiver wird es, wenn Ökostrom aus einer eigenen Photovoltaikanlage genutzt oder ein dynamischer Stromtarif eingesetzt wird. Auch das Laden am Arbeitsplatz kann wirtschaftlich interessant sein. Öffentliche Ladesäulen und insbesondere Schnellladepunkte sind zwar meist teurer, bieten unterwegs und auf längeren Strecken aber wichtige Flexibilität. Eine eigene Wallbox kann deshalb ein entscheidender Kostenvorteil sein. Mit einer intelligenten Ladelösung von Zaptec lässt sich das E-Auto sicher, komfortabel und effizient zu Hause laden. So können Fahrer ihre Ladezeiten besser steuern, günstige Stromtarife nutzen und den Anteil an selbst erzeugtem Solarstrom optimal einbinden.
Ein Beispiel: Ein Elektroauto verbraucht etwa 15 bis 20 kWh pro 100 Kilometer. Ein vergleichbarer Benziner liegt häufig bei 6 bis 8 Litern pro 100 Kilometer. Je nach Strom- und Kraftstoffpreis kann das E-Auto pro 100 Kilometer deutlich erschwinglicher unterwegs sein. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Blogartikel über Kosten für das E-Auto-Laden.
Wartung und Reparaturen: Elektroautos sind oft günstiger
Auch bei Wartung und Verschleiß haben Elektroautos häufig Vorteile. Ein Elektromotor ist technisch weniger komplex als ein Verbrennungsmotor. Viele klassische Wartungsposten entfallen somit: Es gibt keinen Ölwechsel, keine Zündkerzen, keine Abgasanlage, keinen Zahnriemen und keine klassische Kupplung. Zudem werden die Bremsen durch Rekuperation entlastet. Beim Verzögern gewinnt das Fahrzeug Energie zurück und speist sie in die Batterie ein. Dadurch werden die mechanischen Bremsen weniger stark beansprucht, was den Verschleiß reduzieren kann.
Natürlich sind auch E-Autos nicht wartungsfrei. Reifen, Bremsflüssigkeit, Klimaanlage, Fahrwerk und Software müssen weiterhin geprüft werden. Dennoch ist der Wartungsaufwand in vielen Fällen geringer als beim Verbrenner. Das kann über mehrere Jahre einen spürbaren Unterschied machen.
Weitere Kosten: Versicherung, Kfz-Steuer und mehr
Neben Anschaffung, Energieverbrauch und Wartung gibt es weitere Kostenpunkte, die beim Vergleich E-Auto oder Verbrenner berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen vor allem Versicherung, Kfz-Steuer und Wertverlust. Diese Faktoren werden beim Autokauf oft unterschätzt, können über mehrere Jahre aber einen deutlichen Einfluss auf die Gesamtkosten haben.
- Versicherung: Bei der Versicherung lässt sich nicht pauschal sagen, ob ein E-Auto oder ein Verbrenner günstiger ist. Die Beiträge hängen stark vom jeweiligen Modell, der Typklasse, dem Fahrzeugwert, der Schadenstatistik und dem individuellen Versicherungsvertrag ab. Einige Elektrofahrzeuge können wegen höherer Reparaturkosten oder teurer Batteriekomponenten höhere Prämien haben. Andere Modelle liegen dagegen auf einem ähnlichen Niveau wie vergleichbare Benziner oder Diesel. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf konkrete Versicherungsangebote für das gewünschte Fahrzeug einzuholen und verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen.
- Kfz-Steuer: Bei der Kfz-Steuer haben reine Elektroautos einen klaren Vorteil: Sie sind in Deutschland bis zum 31.12.2035 von der Kfz-Steuer befreit, sofern sie erstmals bis zum 31.12.2030 zugelassen wurden. Diese Steuerbefreiung wird auch bei gebrauchten E-Autos weitergegeben, sodass neue Halter ebenfalls bis Ende 2035 oder maximal zehn Jahre ab Erstzulassung profitieren können. Für Autos mit Verbrennungsmotor (sowie Hybride und Plug-in-Hybride) fällt die Kfz-Steuer dagegen abhängig von Hubraum und CO₂-Ausstoß an. Besonders Fahrzeuge mit hohem Verbrauch oder höheren Emissionen können dadurch langfristig teurer werden.
- Wertverlust: Der Wertverlust ist einer der größten Kostenfaktoren beim Auto – unabhängig vom Antrieb. Bei Elektroautos war der Wiederverkaufswert lange schwerer einzuschätzen, weil sich Batterietechnologie, Reichweiten und Modellangebote sehr schnell weiterentwickelt haben. Inzwischen wächst jedoch die Nachfrage nach gebrauchten E-Autos, was den Markt stabiler macht. Beim Verbrenner können dagegen strengere Klimavorgaben, steigende CO₂-Kosten oder mögliche Einschränkungen in Innenstädten langfristig Einfluss auf den Wiederverkaufswert haben. Deshalb sollte der Wertverlust immer mit Blick auf die kommenden Jahre bewertet werden, nicht nur anhand der heutigen Marktlage.